BMBF-Forschungsverbund · 2001 bis 2005
Auf dem Weg zur Stadt 2030
21 Forschungsverbünde, 33 Städte und Regionen, 54 wissenschaftliche Einrichtungen und rund 14 Millionen Euro Fördermittel: Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung 1999 ausgeschriebene Ideenwettbewerb „Stadt 2030“ war das größte deutsche Stadtforschungsprojekt seiner Zeit. Wir dokumentieren die Ergebnisse und prüfen, was zwei Jahrzehnte später daraus geworden ist.
Der Forschungsverbund „Stadt 2030“ entstand aus der Erkenntnis, dass die akuten Aufgaben der Kommunalpolitik den Blick auf langfristige Entwicklungen verstellen. Demografischer Wandel, Schrumpfung, Migration, neue Formen der Bürgerbeteiligung und der Strukturwandel in Wirtschaft und Verwaltung waren bereits um die Jahrtausendwende absehbar. Praktische Steuerung blieb dennoch oft kurzfristig getrieben. Das Programm sollte Städte und Wissenschaft zusammenbringen, um Leitbilder und Szenarien jenseits des Tagesgeschäfts zu entwickeln.
Zwischen 2000 und 2005 bearbeiteten 21 Verbundprojekte typische Fragestellungen deutscher Städte: schrumpfende Kommunen in Ostdeutschland (Eisenhüttenstadt, Görlitz, Guben, Schkeuditz), wachsende Großstadtregionen (München, Stuttgart, Karlsruhe), Identitätsfragen kleiner Mittelstädte (Günzburg, Beeskow) sowie regionale Kooperationen (Gießen / Wetzlar, Städteregion Ruhr). Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) übernahm die wissenschaftliche Begleitforschung, der TÜV Rheinland war Projektträger.
Die Ergebnisse erschienen 2004 als praxisorientierte Broschüre „Auf dem Weg zur Stadt 2030“ und zwischen 2005 und 2007 als fünfbändige wissenschaftliche Reihe „Zukunft von Stadt und Region“ im VS Verlag für Sozialwissenschaften. Die zentralen Befunde - Kooperation statt Hierarchie, demografische Schrumpfung als Gestaltungsaufgabe, Bürgerbeteiligung als notwendige Ergänzung repräsentativer Demokratie - haben die deutsche Stadtentwicklungspolitik bis in die Neue Leipzig-Charta 2020 hinein geprägt.
Die 21 Forschungsverbünde
Ausgewählt aus über 250 Bewerbungen.
- BeeskowModellstadt Beeskow 2030
- BraunschweigBraunschweig - Stadt + Um + Land 2030
- BremenBremen 2030 - eine zeitbewusste Stadt
- DietzenbachStadt 2030 - Dietzenbach unvollendet
- EisenhüttenstadtProjekt EisenhüttenStadt 2030
- ErlangenErlangen 2030 - Haus für Zukunft
- EsslingenEsslingen - Bürger sein heute, Bürger 2030
- Gießen und WetzlarGießen / Wetzlar - Von Konkurrenz durch Kooperation zu Konsens
- Görlitz und ZgorzelecGörlitz / Zgorzelec - Ein gemeinsames Leitbild für die deutsch-polnische Europastadt
- Guben und GubinGuben / Gubin - Stadt 2030
- GünzburgGünzburg oder Legoburg - Chancen und Risiken eines Identitätsprozesses
- KarlsruheKarlsruhe 2030 - Grenzen überwinden
- KielZukunft Kiel 2030
LeipzigLeipzig 2030- MönchengladbachMönchengladbach 2030 - auf dem Weg zur aktivierenden Stadt
- MünchenMünchen 2030 - Visionen und Strategien für Stadt und Region
- SaarbrückenSaarbrücken 2030 - Stadt im Fluss
- SchkeuditzSchkeuditz 2030
- Schwalm-Eder-West (Borken)Schwalm-Eder-West - Vision 2030
- Städteregion RuhrStädteregion Ruhr 2030 - Eigensinn als Fundgrube
- Stadtregion StuttgartModell Stadtregion Stuttgart - Dynamik, Integration, Ausgleich
Themenfelder
Zehn Querschnittsthemen aus der Difu-Auswertung.
- Kap. IVom Ideenwettbewerb zum Forschungsverbund
- Kap. IIPlanung der Zukunft, Planung für die Zukunft
- Kap. IIIPrognosen, Szenarien und Leitbilder
- Kap. IVDemografischer Wandel und schrumpfende Stadt
- Kap. VIdentität und Image der Stadt 2030
- Kap. VIRegionalisierung als Zukunftsperspektive
- Kap. VIIIntegration und gleichberechtigte Teilhabe
- Kap. VIIIVisionen einer zukünftigen Stadt: ohne Bürgerbeteiligung nicht zu denken
- Kap. IXGender-Perspektiven im Forschungsverbund
- Kap. XSchlussbetrachtung zum Forschungsverbund